Premiere: ein Pfandtaschen Workshop!

 

Im Oktober habe ich zum ersten Mal einen Workshop gegeben, wie man aus alten Bannern ohne Nähen oder Kleben eine Tasche herstellen kann. Die Technik basiert auf dem Open Source Design von http://pfandtasche.tumblr.com/about und nutzt Schraubverschlüsse von Plastikflaschen zum Zusammensetzen und Verschließen der Taschen. Für die Tragegurte haben wir alte Fahrradschläuche genutzt.

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Was mich begeistert: es ist super einfach so eine Tasche selbst zu machen, durch das Material ist sie mega stabil und mensch kann sich kreativ austoben: unterschiedliche Ausschnitte vom Banner ergeben verschiedene Farb-, Musterkombinationen und die Größe, Länge, Breite der Tasche lässt sich beliebig variieren.

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Allerdings ist es gar nicht so leicht, an alte Banner zu kommen, bzw. diese zu transportieren und lagern. Nichtsdestotrotz möchte ich den Workshop gerne wiederholen, ein weiterer für 2017 ist mit dem Brakula e.V. schon in Planung, und wer weiss was noch so alles kommt.

… bis dahin, frohes weiterverwenden, instandsetzen und neues leben einhauchen …

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Die Waste Warriors – Recycling in McLeod Ganj, Dharamsala, Indien

Im Jahr 2016 verbrachte ich 2,5 Monate im beschaulichen Bhagsu, einem Ortsteil von McLeod Ganj in Nordindien. Hier sitzen u.a. die tibetische Exilregierung und der Dalai Lama, aber auch eine NGO die sich „Waste Warriors“ nennt. Sie haben es sich auf die Fahnen geschrieben, das Umweltverschmutzungsproblem in ihrer Community anzugehen und organisieren Clean-up Hikes zum nahegelegenen Wasserfall und anderen Ausflugsdestinationen, Aktivitäten an Schulen, kümmern sich um das Aufstellen von Mülleimern und deren Leerung und vieles vieles mehr. Aber seht selbst: http://wastewarriors.org/

UPCYCLING grossgeschrieben

„He gives every piece of timber so much attention,he releases its inner spirit!“

Kommentar von Saan, der Besitzerin, zur Arbeit meines Onkels

Meine Erfahrungen beim Restaurieren eines alten Wellblechschuppens

Mein Verstaendnis von Upcycling ist ziemlich breit. Im Grunde bedeutet es fuer mich das Aufwerten von Materialien, die ihren urspruenglichen Zweck nicht mehr erfuellen – also „Muell“ – indem man sie fuer etwas neues verwendet. Genau dieses Prinzip wendet mein Onkel bei seiner Arbeit auf Moebel und ganze Haeuser an. Im Februar 2016 verbrachten wir zusammen einen Monat im trockenen australischen Busch nahe Canberra und ich assistierte ihm dort beim Ausbau eines „shearing sheds“ (die Uebersetzung „Schafschurschuppen“ finde ich eigentlich ganz schoen). Schafe hatte der Schuppen zwar schon eine Weile nicht mehr gesehen, ihre Spuren waren aber nicht zu uebersehen: 150 Jahre alter Kot, Lanolin (eine fettige natuerliche Substanz, die auf Schafwolle zu finden ist), Spinnenweben und Staub wohin man guckt. Die alte Schaffarm ist heute eine kleine Pferdefarm, auf der Pferdetherapie, Achtsamkeitsworkshops und vieles andere von den zwei Besitzerinnen angeboten wird. Den Schuppen wollen sie nun fuer ihre Workshops, Therapiestunden und als Unterkunft nutzen.

Einen Raum, der seinen urspruenglichen Nutzen nicht mehr erfuellt, viel mehr als Rumpelkammer verkam, nun instandzusetzen und aufzuwerten und so fuer einen neuen Nutzen verfuegbar zu machen, das ist Upcycling im grossen Stil. Der auf den ersten Blick schaebige alte Schuppen ist ein Rohdiamant, den mein genialer Onkel und ich als Maedchen fuer alles und quasi Azubi, schliffen.

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Meister und Lehrling bei der Arbeit

So schoen das auch alles klingt, bedeutete es fuer mich vor allem viel putzen, entruempeln, entstauben, schleifen und oelen.

Hier will ich euch einen kleinen Einblick in die Arbeit gewaehren, vor allem von den Teilen, bei denen ich beteiligt war.

Alte Planken, die wir im Schuppen fanden, schliff ich ab, oelte und schnitt sie in der Haelfte durch und dann nutzten wir sie als Verkleidung fuer ein bereits eingebautes Schlafzimmer im Schuppen.

Die Bodenplanken, auf denen die Schafe auf ihre Schur warteten, wurden rausgerissen, bearbeitet und als Leisten im gesamten Schuppen ABER vor allem auch zusammengeklebt zu einer Kuechenplatte weiterverarbeitet.

Einen toten Baum auf dem Grundstueck faellte mein Onkel und setzte ihn als Tuerbalken ueber die neu eingebaute Tuer in der Rueckwand des Schuppens ein.

 

Und zu guter Letzt, Boden verlegen, bzw. im Hauptraum abschleifen und oelen.

Der Anblick des fertigen Bodens entschaedigt die Stunden des Schleifens und auf den Knien rutschend Oelens.

Der gesamte Schuppen wurde damals aus dem gleichen Holz gebaut, welches heutzutage sehr selten ist, da es aufgrund seiner hohen Qualitaet und Staerke frueher sehr viel verwendet wurde – zu viel, so dass heute nicht mehr viele dieser Baeume in Australien wachsen. Deshalb passt aber in diesem Schuppen farblich alles ziemlich gut zusammen.

Ich genoss die oft meditative Qualitaet der Arbeit und die Beobachtung des Prozesses, wie ein dreckiges, grobes Stueck Holz nach mehreren Arbeitsschritt sich veraendert und in ein Schmuckstueck transformiert werden kann. Das ist ziemlich befriedigende Arbeit, die viel Raum fuer Kreativitaet laesst, aber auch Innovativitaet erfordert. Kein einziger Winkel des original-Schuppens war genau 90Grad z.B. Da Waende einzuziehen und Zimmer entstehen zu lassen, ist eine Herausforderung – die allerdings nur mein Onkel bestehen musste.

 

 

Die Warenwerkstatt beim Markt der Möglichkeiten am 26. September

Am 26.09.2015 laden Wir wollen’s anders zusammen mit Umdenken – Heinrich-Böll-Stiftung und der W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik zu einem Aktionstag rund um Postwachstum ein:

Von wegen alternativlos – Hamburg kanns besser.
Wege in ein gutes Leben jenseits von Wachstumszwängen

Mit Lust, Kreativität und dem Wissen um die Notwendigkeit entstehen Ideen, Treffpunkte, Initiativen und Unternehmen, die deutlich machen, dass wir dem scheinbaren Zwang nach immer mehr Wachstum etwas entgegenzusetzen haben. Wer genug hat von der Konsum- und Wegwerfgesellschaft, dem Klimawandel und Artenschwund und wer den Raubbau an der Natur nicht länger hinnehmen möchte, findet immer mehr Möglichkeiten und Gleichgesinnte für alternative Wege. Aber nicht nur Teile der Zivilgesellschaft denken um. Auch in Politik und Wirtschaft regt sich Widerstand. Auf dem Aktionstag wollen wir gemeinsam überlegen, welche Verantwortung, Rolle und Handlungsspielräume die unterschiedlichen Akteur_innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bei der Transformation unserer Industriegesellschaft haben, und was sie ggf. daran hindert. Zudem zeigen wir beim Markt der Möglichkeiten von „Wir wollen’s anders“ bereits bestehende Alternativen für mehr Suffizienz.

Und hier komme auch ich ins Spiel! Ihr werdet mich nämlich auf dem Markt der Möglichkeiten finden, wo ich über mein kleines Projekt informiere, Beispiele und Inspiration mitbringe, sowie auch einen Mini-Workshop anbiete.
Ich würde mich freuen euch also am 26.09.2015, 10:00 – 17:30 Uhr in der HafenCity Universität, genauer gesagt im Holcim Auditorium und Foyer, Überseeallee 16 / Hamburg anzutreffen.

Das gesamte Programm findet ihr hier.

facebook.com/events/1524779954479505/

What’s up next: Tetra Pak Upcycling beim Tag der Gemeinschaft des KEBAP am 29.8.

Am 29. August feiert der KEBAP / Kultur-Energie-Bunker-Altona-Projekt ein spätsommerliches Fest: den Tag der Gemeinschaft. Freund_innen, Nachbarn und Interessierte sind eingeladen, zusammen zu feiern, sich auszutauschen, zu essen, zu musizieren und sich zu informieren.

Das Programm ist bunt und für alle ist etwas geboten: Performances, Musik, Foodsharing, Kleidertausch, informative Führungen, Workshops, Yoga und und und… überzeugt euch selbst!

Mit dabei bin dieses Jahr auch ich mit einem Upcycling Workshop: von 15-18 Uhr erkunden wir gemeinsam, was mensch alles aus alten Tetra Paks so machen kann.

Also erscheinet zahlreich zum Tag der Gemeinschaft, von 14 bis 21 Uhr könnt ihr in der Schomburgstraße 6 in Altona vorbeischauen, das Kebap kennenlernen, mich besuchen oder einfach nur was essen und Leute treffen.

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